Modul 1

Männlichkeitsbilder & Rollenklischees


Was bedeutet „ein Mann sein“ heute – und wer legt das eigentlich fest? In diesem Modul reflektieren Jugendliche gesellschaftliche Erwartungen, Gruppendruck und eigene Bilder von Männlichkeit. Ziel ist ein ehrlicher Blick auf Rollenklischees – ohne Beschämung, aber mit klarer Haltung.

Für wen ist dieses Modul geeignet?

  • Klassen ab Jahrgang 7
  • Sek I & Sek II
  • Berufsschulklassen
  • Projekt-, Präventions- und Gesundheitstage
  • Schulsozialarbeit & Jugendhilfe

Der Inhalt wird jeweils altersgerecht angepasst (Sprache, Beispiele, Tiefe).

Worum geht es in diesem Modul?

Jungen und junge Männer bekommen früh vermittelt, was „typisch männlich“ ist: stark, hart, leistungsfähig, kontrolliert, nicht „zu empfindlich“. Gleichzeitig werden andere Seiten – Verletzlichkeit, Unsicherheit, Fürsorge – oft abgewertet.

Dieses Modul setzt genau hier an:

  • Welche Bilder von „Männlichkeit“ begegnen uns in Familie, Medien, Social Media, Peergroups?
  • Welche Rolle spielen Sprüche wie „Reiß dich zusammen“, „Sei ein Mann“, „Heul nicht“?
  • Was machen solche Erwartungen mit Selbstbild, Beziehungen und Verhalten?
  • Welche alternativen, gesünderen Vorstellungen von Männlichkeit sind denkbar?

Es geht nicht darum, jemanden „umzuerziehen“, sondern darum, Verständnis, Bewusstsein und Freiheit im Umgang mit Rollenbildern zu fördern.

Was passiert konkret im Workshop?

Der Workshop ist dialogisch, interaktiv und klar strukturiert. Ein möglicher Ablauf (für ca. 90 Minuten):

1. Ankommen & Einstieg (10–15 Min)

  • Kurze, niedrigschwellige Frage: „Was macht für euch einen ‚richtigen Mann‘ aus?“
  • Sammlung von Begriffen auf Karteikarten/Board (z. B. stark, mutig, sportlich, erfolgreich, keine Angst, Versorger …)

2. Reflexion der gesammelten Begriffe (20–25 Min)

  • Gemeinsames Sortieren: Welche Erwartungen kommen von außen? Welche empfindet ihr als Druck?
  • Diskussion in Kleingruppen:
    - „Was passiert, wenn man diesen Erwartungen nicht entspricht?“
    - „Was davon fühlt sich fair an, was eher belastend?“

3. Input & Perspektivwechsel (15–20 Min)

  • Kurzer, klarer Input des Workshopleiters zu:
    - gesellschaftlichen Rollenbildern
    - Männlichkeit in Medien & Social Media
    - Verbindung zu Themen wie Gewalt, Schweigen, Überforderung
  • Beispiele aus der Lebenswelt der Jugendlichen (Serien, Musik, Influencer, Sport, Schule).

4. Neue Bilder von Männlichkeit (20–25 Min)

  • Kleingruppenarbeit: „Wie sieht eine Form von Männlichkeit aus, die niemanden abwertet – auch euch selbst nicht?“
  • Erstellung kleiner Plakate / Statements / Slogans:
    - „Ein Mann ist …“ / „Männlichkeit heißt für mich …“
  • Vorstellung im Plenum, Möglichkeit für Austausch und Fragen.

5. Abschluss & Transfer (5–10 Min)

  • Kurze Reflexionsrunde: „Was nimmst du mit?“
  • Ausblick auf mögliche Anschlussmodule (z. B. Gefühle, Konflikte, Beziehungen).

Bei Tagesprojekten oder Projektwochen kann dieses Modul vertieft werden, z. B. mit:

  • Medienanalyse (Werbung, Musikvideos, Influencer-Posts)
  • Rollenkarten-Übungen
  • längeren Gruppendiskussionen
  • kreativen Produkten (Plakate, Statements, kleine Kampagnen).

Was lernen die Teilnehmenden?

Fachlich & inhaltlich:

  • Sie erkennen, dass Männlichkeitsbilder gesellschaftlich geprägt und nicht „naturgegeben“ sind.
  • Sie verstehen, wie Rollenklischees Verhalten, Emotionen und Entscheidungen beeinflussen.
  • Sie sehen Zusammenhänge zwischen Männlichkeitsdruck und Themen wie Konflikten, Gewalt, Abwertung, Schweigen.

Sozial & emotional:

  • Sie entwickeln Selbstreflexion: „Was macht das mit mir?“
  • Sie stärken ihre Fähigkeit, über Gefühle, Unsicherheiten und Erwartungen zu sprechen.
  • Sie lernen, andere Jungen nicht für „Unmännlichkeit“ abzuwerten.

Haltung & Verantwortung:

  • Sie lernen, andere Jungen nicht als „unmännlich“ abzuwerten.
  • Sie hinterfragen Sprüche, die verletzen, klein machen oder Druck erzeugen.
  • Sie entdecken, dass man als Junge/ junger Mann einzigartig / individuell, ohne weniger wert zu sein.

Methoden & Materialien

Das Modul arbeitet mit:

  • Plenumsgesprächen
  • Kleingruppenarbeit
  • Kartenabfragen & Clustern
  • Visualisierung auf Flipchart / Whiteboard / Pinnwand
  • optional: Bild- und Medienbeispiele

Materialien, die ich grundsätzlich in jedem Modul mitdenke:

  • Infomaterialien
  • Sticker / kleine visuelle Reminder
  • Gruppenarbeitsmaterialien

Alle Materialien sind so gestaltet, dass sie wertschätzend, nicht beschämend und geschlechtersensibel sind.

Mögliche Einsatzformate

90-Minuten-Workshop
– ideal als Einstieg in die Themenwelt „Männlichkeit, Rollen, Respekt“.

Halbtages- oder Tagesprojekt
– mit erweiterten Übungen, Medienanalyse und kreativen Produkten.

Projektwoche / Themenwoche
– als Auftaktmodul, das mit anderen Modulen kombiniert wird (z. B. Gefühle, Konflikte, Beziehungen).

Typische Kombinationen mit anderen Modulen

Für Projekttag „Starke Jungen“:

Modul 1 – Männlichkeitsbilder & Rollenklischees

Modul 2 – Gefühle, Wut & innere Unsicherheit

Modul 3 – Selbstwert & innere Stärke
 

Für Demokratietag / Respekt-Projekt:

Modul 1 – Männlichkeitsbilder

Modul 5 – Sprache, Respekt & Abwertung

Modul 11 – Allyship & Zivilcourage
 

Für Gewaltpräventions-Projekte:

Modul 1 – Männlichkeitsbilder

Modul 7 – Freundschaft, Gruppendruck & Loyalität

Modul 8 – Konflikte, Kränkung & Gewalt

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