Modul 3

Selbstwert &  innere Stärke


Viele Jugendliche verknüpfen ihren Wert mit Dingen, die von außen bewertet werden: Noten, Leistung, Aussehen, Beliebtheit oder Social-Media-Reaktionen. In diesem Modul geht es darum, Selbstwert breiter zu denken – jenseits von Perfektion und Vergleich. Ziel ist es, innere Stärke aufzubauen, die bleibt, auch wenn etwas mal nicht gut läuft.

Für wen ist dieses Modul geeignet?

  • Klassen ab Jahrgang 7
  • Sek I & Sek II
  • Berufsschulklassen und Abschlussklassen
  • Projekt- und Präventionstage (Resilienz, Übergang Schule–Beruf)
  • Schulsozialarbeit & Jugendhilfe

Der Inhalt wird jeweils altersgerecht angepasst (Sprache, Beispiele, Tiefe).

Worum geht es in diesem Modul?

Viele Jungen und junge Männer erleben:
Solange sie „funktionieren“, gute Leistungen bringen und stark wirken, gibt es Anerkennung. Wenn sie scheitern, Fehler machen oder „nicht mithalten“, kippt der Blick schnell in Scham oder harte Selbstkritik.

Dieses Modul setzt genau hier an:

  • Woran mache ich meinen Wert fest – und wer hat mir das beigebracht?
  • Welche Rolle spielen Noten, Körper, Statussymbole, Geld und Social Media für mein Selbstbild?
  • Was passiert mit mir, wenn ich mich ständig mit anderen vergleiche?
  • Welche Stärken, Eigenschaften und Beziehungen tragen meinen Selbstwert, auch wenn etwas schiefgeht?

Es geht nicht darum, Leistung schlechtzureden, sondern darum, Selbstwert breiter und gesünder zu verankern, damit Jugendliche nicht beim ersten Rückschlag innerlich zusammenbrechen.

Was passiert konkret im Workshop?

Der Workshop ist ressourcenorientiert, wertschätzend und gibt Raum für ehrliche Reflexion. Ein möglicher Ablauf (für ca. 90 Minuten):

1. Ankommen & Einstieg (10–15 Min)

  1. Anonyme Kartenabfrage: „Ich fühle mich stark, wenn … / Ich fühle mich minderwertig, wenn …“
  2. Sammlung typischer Vergleichsfelder (Noten, Körper, Sport, Geld, Beliebtheit, Social Media).

2. Was ist Selbstwert? (15–20 Min)

  • Kurzinput: Unterschied zwischen Selbstwert (wie ich mich grundsätzlich sehe) und Selbstvertrauen (wie sicher ich mich in Situationen fühle).
  • Kleingruppen: „Wo gerät dein Selbstwert ins Wanken – und was denkst du dann über dich?“

3. Ressourcen & Stärken entdecken (20–25 Min)

  • Einzelarbeit: „Drei Dinge, die mir Kraft geben – unabhängig von Leistung und Aussehen.“
  • Austausch in Kleingruppen (freiwillig): Stärken, auf die ich stolz sein darf, auch wenn sie niemand benotet.
  • Fokus: innere Qualitäten, Beziehungen, Werte, Interessen.

4. Umgang mit Fehlern, Kritik & Rückschlägen (20–25 Min)

  • Szenarien: z. B. schlechte Note, Absage, peinliche Situation, gescheiterte Prüfung.
  • Analyse: typische innere Sätze („Ich bin dumm“, „Ich blamiere mich immer“, „Ich kann gar nichts“).
  • Erarbeitung alternativer, hilfreicher Selbstgespräche und Strategien (Lernperspektive, Mitgefühl mit sich selbst, realistische Erwartungen).

5. Abschluss & Transfer (5–10 Min)

  • Freiwillige Abschlussrunde: „Eine Sache, auf die ich stolz sein darf – auch wenn sie niemand bewertet.“
  • Hinweis auf Anschlussmodule (z. B. Gefühle, Gruppendruck, Zukunftsbilder).

Bei längeren Formaten (Tagesprojekt/Projektwoche) sind Vertiefungen möglich:

  • kreative Übungen (z. B. Stärke-Collagen, Ressourcen-Plakate)
  • vertiefte Arbeit zu Perfektionismus & Leistungsdruck
  • Reflexion über Social-Media-Vergleiche und Körperbilder
  • Erarbeitung von Klassen- oder Gruppenvereinbarungen für einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Was lernen die Teilnehmenden?

Fachlich & inhaltlich:

  • Sie verstehen den Unterschied zwischen Selbstwert, Selbstvertrauen und äußerem Erfolg.
  • Sie erkennen, wie ständige Vergleiche und perfektionistische Ansprüche auf ihr Selbstbild wirken.
  • Sie lernen einfache Konzepte von Resilienz und inneren Ressourcen kennen.

Sozial & emotional:

  • Sie nehmen eigene Stärken bewusster wahr – auch solche, die nicht benotet oder öffentlich sichtbar sind.
  • Sie entwickeln einen freundlicheren Blick auf sich selbst und andere.
  • Sie erleben, dass viele Menschen ähnliche Unsicherheiten haben – sie damit also nicht „allein“ sind.

Haltung & Verantwortung:

  • Sie beginnen, sich nicht nur über Leistung, Status oder Aussehen zu definieren.
  • Sie hinterfragen abwertende innere Sätze wie „Ich bin nichts wert, wenn …“.
  • Sie achten stärker darauf, andere nicht über Noten, Statussymbole oder Körper zu bewerten.

Methoden & Materialien

Das Modul arbeitet mit:

  • anonymen Reflexionsabfragen
  • Einzel- und Kleingruppenübungen
  • Ressourcen- und Stärkenarbeit
  • moderierten Gesprächsrunden
  • optional einfachen Visualisierungen

Materialien:

  • Infomaterialien zu Selbstwert, Selbstvertrauen und Resilienz
  • Stärkekarten / Ressourcen-Karten mit positiven Eigenschaften und inneren Qualitäten
  • Gruppenarbeitsmaterialien
  • Sticker / visuelle Reminder mit stärkenden Botschaften

Alle Materialien sind stärkenorientiert, wertschätzend und geschlechtersensibel gestaltet.

Mögliche Einsatzformate

90-Minuten-Workshop
– als kompakter Einstieg in das Thema Selbstwert, z. B. im Klassenverband oder in festen Gruppen.

Halbtages- oder Tagesprojekt
– mit vertiefter Ressourcenarbeit, kreativen Elementen (z. B. Collagen, Stärke-Galerie) und erweiterten Austauschformaten.

Projektwoche / Themenwoche
– als Baustein in Projekten zu Resilienz, mentaler Gesundheit oder Übergängen (z. B. Schulabschluss, Übergang in Ausbildung/Beruf).

Typische Kombinationen mit anderen Modulen

Für Projekttag „Starke Jungen“:

Modul 1 – Männlichkeitsbilder & Rollenklischees

Modul 2 – Gefühle, Wut & innere Unsicherheit

Modul 3 – Selbstwert & innere Stärke
 

Für Projekte zu mentaler Gesundheit:

Modul 2 – Gefühle, Wut & innere Unsicherheit

Modul 3 – Selbstwert & innere Stärke

Modul 9 – Beziehungen, Nähe & Verantwortung
 

Für Mobbing- und Klassengemeinschafts-Projekte:

Modul 3 – Selbstwert & innere Stärke

Modul 5 – Sprache, Respekt & Abwertung

Modul 7 – Freundschaft, Gruppendruck & Loyalität
 

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